Residenz Suzanna Pezo
Eine Künstler*innen Residenz der ProvinzsphäreDie Abgeschiedenheit der Region [...], die Ländlichkeit des Dorfes und die Stille der Flusslandschaft haben bleibende Eindrücke hinterlassen.
Eine eigene Sprache der Elemente
Wie irre spannend es für uns alle war zu erleben, wie die Bühne und die Kostüme eine ganz eigene Sprache entwickelten! Das Klappern der Holzkisten, das Rascheln des afrikanischen Raffia-Grases und das aufflackernde Zischen der Funken, die Suzannas Steppschuhe auf den Eisenplatten erzeugten – all das war schon eine Kunst für sich und eine Zweitsprache neben der darstellenden Kunst. Was wir als Zuschauer dabei empfanden, war eine Mischung aus kindlicher Neugierde, Spannungserleben durch die Naturelemente und einem gleichzeitigen Erden.
Suzanna verarbeitete in ihrem Solo das archaische Thema des Feuers und nutzte dafür „Funde aus der Natur, Holzstrunke, Sand, altes Werkzeug und Eiseneimer.“ Zusammen mit der niederländischen Mime-Spielerin Judith de Klerk untersuchte sie zudem mitgebrachte Materialien aus Antwerpen und Amsterdam. Es entstand ein physisches Spiel zweiter gesichtsloser Wesen aus eckigen Holzkisten und Kostümen aus afrikanischem Gras. Bei der Präsentation herrschte eine „fühlbare Konzentration im Raum“.
Obwohl die intensive Zeit durch unvorhergesehene Ereignisse in Antwerpen nach zwei Wochen vorzeitig abgebrochen werden musste, hinterließen die ländliche Umgebung und die Stille bleibende Eindrücke. Suzanna resümierte: „Zwei arbeitsreiche, kreative Wochen in denen ich viel gemacht, geschaffen, kennen gelernt und gelernt habe. Ich fühlte mich aufgenommen in die kleine Gemeinschaft...“

Was wir gelernt haben: Jede Residenz ist einzeln für sich
Diese gemeinsame Zeit war für uns als Verein ein großes Geschenk, weil wir dadurch viel gelernt haben.
Jede Residenz ist einzeln für sich. Während Künstlerinnen und Künstler früher eigentlich viel mehr für sich sein wollten und wenig Kontakt gesucht haben, war das hier ganz anders. Wir hatten sogar viel zu wenig Kontakt mit Suzanna, denn sie hätte sich noch mehr konstruktiven, künstlerischen Austausch gewünscht. Sie merkte in ihrem Bericht ehrlich an: „Nach meiner Residenz gab es lange Zeit gar keinen Austausch, was ich etwas schade fand. Qua timing hatte ich das Gefühl, dass meine Residenzzeit in eine wirklich volle Phase der Flusskultur e.V. stattfand und in dem Sinne nicht ideal war.“
Diesen Wunsch teilen wir absolut. Aber dieses zu berücksichtigen und so offen darauf aufmerksam gemacht zu werden, hilft uns sehr. So können wir bei den Menschen, die in unseren Verein kommen, in Zukunft immer direkt abfragen, wie sie denn gerne arbeiten würden. Wir wollen uns viel mehr darauf einlassen und es nicht einfach als gegeben nehmen, dass die Leute ihren Abstand haben wollen. Denn wir selber finden es auch viel schöner, in Kontakt zu stehen und gemeinsam zu wachsen.
Wir danken dir, liebe Suzanna, für deine wunderbare Arbeit, deine Offenheit und diesen wichtigen Impuls!

