Wir laden euch herzlich ein zum Tag der Offenen Ateliers Brandenburg 2026.

Kiri Li Irina Maslennikova
Kiri Li Irina Maslennikova

Wo die Stille zur Begegnung wurde

Die Dorfkirche Roddahn, ein Fachwerkbau von 1798, war nach der Pandemie ein Ort der Stille – bis die Künstlerin Irina Maslennikova sie 2023 als Offenes Atelier, Begegnungs- und Resonanzraum neu erschloss. Was als Experiment begann, ist heute ein fester Ankerpunkt in der Region und darüber hinaus.

Maslennikovas Arbeit versteht Kunst im Sinne von Joseph Beuys als „Soziale Plastik“: einen gesellschaftlichen Kleber, der weit über Ästhetik hinausgeht. Ihre Projekte zeigen, wie das Schaffen mit eigenen Händen zu innerer Heilung und neuem Selbstwert führt. Kunst gehört nicht in den Elfenbeinturm, sondern in die Mitte der Gesellschaft. Hier stellen Menschen aus, die über ihre Praxis einen authentischen Weg zur Kunst gefunden haben. Schon 2024 und 2025 kuratierte sie Gemeinschaftsausstellungen mit mehr als 15 Kunstschaffenden im Stüdyhaus Stüdenitz.

In enger Zusammenarbeit mit dem Flusskultur e. V. und Juschka Weigel werden Kunstdisziplinen durch Weiterbildungen und neue Formate verknüpft. Zentral bleibt die Suche nach einem dauerhaften Standort, um unabhängig von externen Institutionen agieren zu können. Kunst muss unabhängig bleiben!

Um diese Vision einer Zeit-Raum-Kunst-Kapsel zu verwirklichen, bauen wir auf eine starke Gemeinschaft. Werden Sie Teil dieses Prozesses: Unterstützen Sie uns als Fördermitglied und helfen Sie, einen bleibenden Ort für Kunst und Begegnung in der Region zu sichern.

Die in Roddahn lebende Künstlerin und Designerin verbindet in ihrem Schaffen biografische Tiefe mit gesellschaftlicher Relevanz. Geprägt durch ihre Emigration aus Russland und das Aufwachsen in der Umbruchzeit der 90er-Jahre, nutzt sie Kunst als Werkzeug der Selbstermächtigung und Verarbeitung. Ihre Arbeiten in Malerei, Grafik und Plastik bewegen sich virtuos zwischen verspielter Ästhetik und der Entlarvung menschlicher Abgründe – oft mit einem entwaffnenden Humor. Neue, abstrakte Arbeiten verbildlichen zudem innere Prozesse, die im Zuge ihrer Weiterbildung zur Kunsttherapeutin an die Oberfläche treten. Aktuell fokussiert sie sich auf den Aufbau eines eigenen Standortes als Zeit-Raum-Kunst-Kapsel – eine neue Begegnungsstätte und Ateliergemeinschaft.

Die multidisziplinäre Künstlerin stammt aus Nordrussland und lebt heute auf den Kanarischen Inseln. In ihren Arbeiten verschmelzen Illustration, Malerei, Grafikdesign und Keramik zu visionären Welten. Space Art & Illustration In ihrem Projekt Space Painting Art verbindet sie Spray-Art-Techniken mit filigranen Erzählungen. 3D-Keramik Sie entwickelte eine innovative Schichttechnik, um kosmische Tiefenwirkung auf Keramikobjekten zu erzeugen. Engagement Als Mitbegründerin des Öko-Projekts Limpia stärkt sie mit illustrierten Büchern wie Juego Limpio das Bewusstsein für unsere Natur. Nach Stationen in St. Petersburg, Norwegen und Potsdam präsentiert die internationale Preisträgerin ihre Mikrokosmen nun in der Roddahner Dorfkirche.

Steffen Segner

geboren 1962 in Coswig, blickt auf eine Karriere als Ingenieur für Elektrotechnik zurück. Heute widmet sich der Autodidakt Fotograf der Ästhetik des Raums und der Dokumentation von Zeit. Sein Fokus liegt auf der Landschaft und Architektur, wobei ihn besonders die melancholische Stille von Lost Places, historische Altstädte und die Dynamik der Streetfotografie faszinieren. In seinen Arbeiten fängt er Orte ein, an denen Struktur und Vergänglichkeit auf besondere Weise aufeinandertreffen.

Michaela Segner

Die 1962 in Potsdam geborene Bauingenieurin widmet sich seit ihrer Jugend der bildenden Kunst. Nach einer langjährigen Karriere im öffentlichen Dienst fand sie 2001 ihren neuen künst- lerischen Fokus in der Aquarellmalerei.

Auf ihren Reisen dokumentert sie die Landschaft und kleine Orte.

Juschka Weigel

Juschka Weigel Seit über 36 Jahren erforscht Juschka den Tanz als existen- zielle Ausdrucksform. Ihr Weg führte sie von Zürich und Berlin über die Merce-Cunningham-School in New York bis zur Academy of Arts in Indonesien. In ihrer Arbeit verschmelzen zeitgenössischer Tanz, die Intensität des Butoh und die tiefe Körperarbeit des Dharma Body Work (DBW) zu einer unverkennbaren choreografischen Handschrift. Als preisgekrönte Choreografin und Lehrerin bespielt sie Bühnen weltweit und tourt mit ihren Produktionen durch Europa und Amerika. Seit zwei Jahren verbindet sie ihre Expertise spartenübergreifend mit der Arbeit von Irina Maslennikova. Aktuell untersuchen sie gemeinsam die fragilen Grenzen der Scham.

2. Mai, um 17:00

Diese Arbeit zeigt die Auswirkungen des Menschen auf die Scham – und zugleich auf das Schamlose. Sie macht sichtbar, wie wir fortwährend beeinflusst, verschoben und überformt werden. Das Werk entfaltet eine vielschichtige, offen lesbare Erzählung. Im Zentrum steht das Dilemma eines sinnlosen Versprechens: jenes an sich selbst, sich von der Scham zu befreien. Wir alle wissen, dass dies unmöglich ist, und doch gibt es andere, wilde Möglichkeiten. Seltsame Szenen hybridisierender Kräfte und wimmelnder Elemente zeigen das Allzumenschliche – und ein ganz klein wenig die entfesselte Natur, die im Körper eines jeden wohnt.

Gefördert & unterstützt